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"Es soll leuchten wie ein Ufo!"
19.01.2010
Und mit ihr strahlen ihre Besitzer und Betreiber: „Eigentlich sah unsere Lebensplanung gar keine eigene Metzgerei vor. Wir fühlten uns in unseren sicheren Angestellten-Positionen gut aufgehoben. Und so sollte es eigentlich auch bleiben“, lacht Nikola Häcker. Nachdem das Paar sich 1990 kennen gelernt hatte, und im Laufe der Jahre stolze Eltern von drei Söhnen wurde, war Nikola Häcker wieder in ihren Beruf als Beamtin für Vermessungstechnik zurückgekehrt. Ihr Mann Oliver hatte nach der Ausbildung, Tätigkeiten in Traditionsbetrieben wie beim Großvater und auf der Schwäbisch Alb, sowie der Meisterprüfung fast 14 Jahre lang für die Metzgerei Schneider aus Pliezhausen gearbeitet, neun Jahre davon als Filialleiter. Eine Rückkehr in den Großelterlichen Betrieb war eigentlich nicht geplant.
Rückkehr zum Familienbetrieb – Einstieg in die Selbstständigkeit
Der Großvater von Oliver Häcker, Metzgermeister Karl Grass, hatte die Metzgerei samt angeschlossenem Gasthof 1959 in Sachsenheim gekauft. Im Laufe der Jahre folgten mehrere Um- und Anbauten, die aus der kleinen Metzgerei ein stattliches Fleischereifachgeschäft mit Schlachtraum und für die jeweilige Zeit sehr moderner Produktion machten. Wegen der großflächigen Produktion betrug die Ladenfläche zu dieser Zeit gerade einmal 25qm. Der letzte Umbau des Verkaufsraums wurde 1973 ausgeführt. Vor etwa zwanzig Jahren entschlossen sich die Großeltern in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Enkel Oliver, der nach der Ausbildung selbst drei Jahre im Betrieb mitgearbeitet hatte, hatte zu diesem Zeitpunkt kein Interesse daran, das Geschäft seiner Großeltern fortzuführen, und war als Angestellter in einem anderen Betrieb zufrieden. Der Großvater verpachtete daher den Laden an einen Kollegen, der das Geschäft bis Ende September 2008 erfolgreich weiterführte.
Als der Pächter das Geschäft nicht mehr betreiben wollte, stand die Familie Häcker vor der Frage, wie es mit dem Betrieb weitergehen soll. „Am Ende ist uns die Entscheidung jedoch relativ leicht gefallen“, erklärt Oliver Häcker. „Zum einen fühle ich mich natürlich schon der Tradition verpflichtet, da ich in der Metzgerei meines Großvaters aufgewachsen bin. Aber der wirtschaftliche Aspekt, die Aussicht auf hohe Umsätze, spielte hierbei eine größere Rolle“. „Wir wussten natürlich, dass wir viel Arbeit und Geld investieren müssten, und dass wir ein gewisses wirtschaftliches Risiko eingehen. Aber die Vorfreude auf ein eigenes Geschäft war einfach größer“, ergänzt seine Frau Nikola. Selbst Oliver Häckers ehemaliger Chef, Jochen Schneider, riet Oliver Häcker nach einem Vor-Ort-Besuch zur Eigenständigkeit: „Das musst Du machen. Diese Chance darfst Du Dir nicht entgehen lassen!“
Mut + Individualität + Qualität = Umsatzsteigerung
Nach fast 30 Jahren intensiver Nutzung hatte der Verkaufsraum seine Funktionalität und Modernität verloren. Daher war von Beginn an klar, dass sich der Erfolg mit dem neuen Geschäft nur dann einstellt, wenn ein neuer Laden gebaut wird. So entstand der Satz „…leuchten wie ein Ufo“. Diese Investition war zwingend nötig. „Also haben wir gleich angefangen, Angebote einzuholen und die unterschiedlichen technischen Ausstattungen zu vergleichen“, weiß Oliver Häcker zu berichten. „AICHINGER hatte gleich besondere Ideen. Unseren Mut hat Uwe Dörner bei der Konzeption des Ladens voll unterstützt. Auf unsere konkreten Wünsche und Vorstellungen wurde eingegangen und dann alles perfekt umgesetzt. Bei anderen Anbietern bekam man Standardmodelle vorgesetzt – bei AICHINGER Individualität“, ergänzt Nikola Häcker. Daher entschied man sich auch für die Thekenvariante ARTline, denn den Häckers gefiel die klare Formensprache des Glasaufsatzes vom ersten Blick an. Wurde anfangs noch überlegt, sich eine gebrauchte Theke anzuschaffen, war doch schnell klar: Keine halben Sachen! Wir machen das richtig! Die konzeptionelle Stärke von AICHINGER hat das Unternehmerehepaar am Ende überzeugt. „Qualität hat eben seinen Preis. Wir wissen, dass es sich langfristig rechnet“, so der Metzgermeister.
Etwas mehr als ein Jahr ist seit der Neueröffnung am 18.10.2008 nun vergangen, und der Erfolg gibt den beiden Jungunternehmern recht – die Erwartungen an den Umbau der einzig im Ort verbliebenen Metzgerei wurden voll erfüllt. „Wenn man einen neuen Laden baut und Geld investiert, erhofft man sich davon natürlich auch eine entsprechende Umsatzentwicklung, damit sich die Investition lohnt. Und bei uns haben sich die Investitionen in eine hohe Funktionalität absolut bezahlt gemacht“, freut sich Nikola Häcker. Und ihr Mann fügt hinzu: „Ich würde es sofort wieder machen! Ich bereue diesen Schritt überhaupt nicht!“
Vorteile durch Hygiene-Befeuchtung
Auch bei der technischen Ausstattung der Kühltheke hatten die Wendelsteiner Ladenbauspezialisten die Nase vorn. Während der Metzgermeister dem Kontaktkühlsystem einiger Wettbewerber skeptisch gegenüber stand, überzeugte ihn das Hygienebefeuchtungssystem von AICHINGER. „Die Sicherheit für meine Kunden und meine Waren stehen für mich an oberster Stelle. Daher durfte es in punkto Hygiene nur die optimale Lösung geben“, berichtet Oliver Häcker. Das Zusammenwirken der ebenfalls von AICHINGER entwickelten Kontaktkühlung mit Luftumwälzung in Verbindung mit der neuartigen Hygiene-Befeuchtung verspricht ein optimales Ergebnis hinsichtlich natürlicher Frischehaltung in der Bedientheke. Der wirtschaftliche Erfolg der Hygiene-Befeuchtung für das Fleischer-Fachgeschäft ergibt sich durch eine reduzierte Austrocknung der Ware und einer verlängerten Frischhaltung. Neben dem „Chef sind auch seine Mitarbeiterinnen davon begeistert.
Handwerkliche Qualität trotz Verzicht auf eigene Produktion
Zu der Entscheidung, den großelterlichen Betrieb fortzuführen und komplett zu renovieren, kam eine zweite weit reichende Entscheidung hinzu: Im neuen Betrieb sollte auf eine eigene Wurstproduktion grundsätzlich verzichtet und das Modell „Zukauf beim Kollegen“ realisiert werden. „Bei einer Metzgerei mit nur einem Geschäft liegt genau hier die Chance zur besseren Wirtschaftlichkeit. Wenn wir selber produzieren würden, hätte das erhebliche zusätzliche Investitionen bedeutet. Eigenproduktion in Kleinstmengen bringt immer auch höhere Energiekosten und höhere Personalkosten“, berichtet Oliver Häcker. „Meine Stärken liegen in der Veredlung und im Verkauf, denn Beratung und Kundennähe eines Chefs sind heute mehr Kapital als eine eigene Wurstproduktion“, weiß der Metzgermeister aus eigener jahrelanger Verkaufserfahrung an der Theke zu berichten.
Wer Eigenproduktion und Zukauf abwägt, hat als rechnerische Basis den Vergleich der eigenen Produktionskosten mit den Einkaufspreisen beim Kollegen. Gerade wenn eine breite Palette von Fleischerzeugnissen mehrmals wöchentlich in kleiner Menge frisch produziert werden soll, kommt die eigene Produktion vielen Fleischerfachgeschäften teuer zu stehen. Die betriebswirtschaftlichen Auswertungen von Fleischerfachgeschäften bestätigen diese Einsparungen immer wieder. „Wenn wir selbst Wurst herstellen würden, könnten wir unser breites Angebot gar nicht mit der nötigen Frischequalität des Handwerksmetzgers produzieren. So bieten wir jeden Tag das komplette Sortiment frisch an“, so Nikola Häcker. Auch die Kalkulation ist so viel einfacher. Es kommt kaum einmal vor, dass ein Artikel nicht präsentiert werden kann, gleichzeitig kommt es nie zur Überproduktion und somit fast nie zu Warenverderb.
Transparenz und Offenheit gegenüber dem Kunden
Wer jedoch nicht selbst produziert, sollte dies offen und ehrlich vor seinen Kunden kommunizieren. „Natürlich gibt es vereinzelt Kunden die kritisieren, dass wir nicht selber schlachten. Daher planen wir fürs kommende Jahr eine Imagekampagne“, berichtet Nikola Häcker. Ihr Mann ergänzt: „Wir zeigen dabei als Beispiel unseren Freund und Lieferanten Schneider aus Pliezhausen. Dieser produziert genauso handwerklich, wie wir es auch könnten. Wichtig ist es mir zu belegen, dass es keine Industrieware ist. Ich war 14 Jahre bei diesem Unternehmen beschäftigt und weiß wie dort gearbeitet wird. Besser könnte ich es auch nicht machen“. Außerdem wird mit der Kampagne gezeigt, was in der Metzgerei noch immer selber hergestellt wird: trockener, gesalzener Rohschinken, Räucherwaren, das ganze Sortiment an küchenfertigen Gerichten oder auch frische Salate.
Diese Transparenz und Offenheit spiegelt sich nun auch in dem neuen Laden wieder: Helle, freundliche Farben, dazu glatte und saubere Flächen. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die gute Ausleuchtung des Ladens gelegt. Der Eingangsbereich ist offen und großzügig gestaltet. Gab es vorher nur eine ‚normalbreite’ Türe – und vor dieser noch eine Stufe – so hat man jetzt einen barrierefreien Zugang durch eine großzügige 1,60m breite Automatiktür. „Ob nun ältere Menschen mit ihren Gehwagen oder Mütter mit Kinderwagen kommen, der neue Eingangsbereich ist ein Stück Bequemlichkeit für unsere Kunden“, freut sich Nikola Häcker. Wie im Eingang, befindet sich auch im rückwärtigen Bereich eine Automatiktür, die den Verkaufsraum von den Vorbereitungsräumen trennt. Das Besondere dabei ist die grafische Gestaltung dieser Tür, bestehend aus lokalen und regionalen Motiven. Passend dazu ist die Front der ARTline-Theke mit Landschaftsbildern gestaltet, die heimatliche Gefühle wecken.
Die Kunden jedenfalls sind von der Neugestaltung des Ladens begeistert: „Wir bekamen ausschließlich positives Feedback! Auch die alteingesessenen und sehr traditionell denkenden Kunden freuen sich über die Übersichtlichkeit in dem modernen und sehr hellen Laden. Die große Produktvielfalt und der optimale Service lagen mir immer schon am Herzen. Wir haben Stammkunden, die schon bei den Großeltern einkauften, behalten können, aber wir konnten auch viele neue Kunden hinzugewinnen“, lobt Oliver Häcker die Vorteile seines neu gestalteten Geschäfts. So gestaltet es sich auch bei den Mitarbeiterinnen. Bewährte Kräfte des Vorgängers wurden übernommen und durch neue ergänzt. Das Wichtigste nach der Neugestaltung des Ladens ist jedoch, dass die Besitzer noch immer davon überzeugt sind, das Richtige gemacht zu haben und ihre Entscheidung nicht bereuen. „Ich würde mein Geschäft fast genauso wieder gestalten und bauen lassen, wenn ich es noch einmal zu tun hätte“, erklärt der Eigentümer.
Auch die Zukunft leuchtet
Damit man auch in der Zukunft den erfolgreich eingeschlagenen Weg fortsetzt, schmiedet man jetzt schon Pläne für die Zukunft. Der Bereich der Außenwerbung soll durch einen beweglichen Strahler verbessert werden, der Firmenlogo und Schriftzug auf die Fassade projiziert. Außerdem plant der Chef in Zukunft noch mehr Zeit im Verkauf zu verbringen. Bisher verbringt er etwa 50 % seiner Arbeitszeit hinter der Verkaufstheke. Um diese Zeit weiter auszubauen wäre die Anstellung eines zusätzlichen Mitarbeiters nötig. Aber mit dem neuen Laden sollte es leichter fallen, gut qualifiziertes Personal zu finden. Derzeit beschäftigen die beiden Häckers neun Mitarbeiter, davon zwei Auszubildende. In „heißen Phasen“ stehen auch die Söhne schon ihren Mann.
Oliver und Nikola Häcker haben mit der Übernahme und dem Umbau des großelterlichen Betriebs den Mut zur konzeptionellen Neuerfindung bewiesen. Das Konzept der Metzgerei mit dem Zukauf beim Kollegen geht in jeder Hinsicht voll auf und man kann der Zukunft gespannt entgegen schauen. Die Vorhersage lautet: Der Laden, der wie ein Ufo leuchten sollte, wird sicher eine strahlende Zukunft haben. Das Fazit: Der Laden strahlt nun in hellen Farben. Es wurde ein „leuchtendes“ Beispiel für ein funktionelles Fachgeschäft, in dem sich der Chef, die Mitarbeiter und vor allen Dingen die Kunden heimisch fühlen.
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